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Wärmepumpen: Ein einfaches Prinzip für ein warmes Zuhause

Fünf Praxistipps vom Energieberater

Erneuerbare Energien sind heute in aller Munde. Aber wenn es ums eigene Zuhause geht, gibt es noch viele Unsicherheiten: So fühlen sich viele Verbraucher schlecht informiert und wissen beispielsweise nicht, ob sie die eigenen vier Wände mit Wärmepumpen heizen könnten. Was es bei Wärmepumpen ganz praktisch zu beachten gibt, erklärt der Energieberater Peter Mellwig in seinen Praxistipps:

1. Schritt für Schritt voran!

Bevor man sich über die eigene Wärmepumpe im Keller freuen kann, ist einiges zu klären:

Zunächst gilt es, die Heizlast des Gebäudes und die Heizkreistemperaturen zu ermitteln. Damit können eine geeignete Wärmequelle und die Betriebsart (monovalent, monoenergetisch, bivalent) gewählt werden. Dann muss die Brauchwassererwärmung konkret geplant werden und eine passende Wärmepumpe ausgewählt werden. Die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe ist entscheidend für die Effizienz der Anlage und das entscheidende Kriterium für die Förderung. Sie ist bei der Planung (gemäß VDI 4650) zu berechnen. Über die Förderung informiert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, bei dem auch ein Förderantrag gestellt werden kann. Im nächsten Schritt ist ein Vertrag mit dem regionalen Energieversorger über den Wärmepumpentarif zu schließen. Und dann geht’s an den Einbau: Die Wärmequelle (Sole, Grundwasser, Luft) ist zu erschließen und die Wärmepumpe und in der Regel auch ein Pufferspeicher sind an einem geeigneten Ort aufzustellen. Schließlich ist die Anlage hydraulisch und elektrisch anzuschließen und der gesamte Heizkreis hydraulisch abzugleichen.

Alles klar? Klingt kompliziert? Keine Sorge: Es gibt Hilfe im Internet und beim Energieberater!

2. Ganz wichtig: Gut informieren!

Frühzeitig gut informieren bringt Klarheit und erspart späteren Ärger. Eine Vielzahl an Informationen zu Technik, Finanzierung und Klimaauswirkungen der Wärmepumpen finden Sie auf den Seiten dieses Themenspezials. Darüber hinaus bietet der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine ganz neue „Checkliste Wärmepumpen 2010“ die unbedingt lesenswert ist. Und auf dem Portal „HaustechnikDialog“ gibt es ein Wärmepumpen-Forum, in dem man konkrete Fragen loszuwerden kann. Über diese Informationsmöglichkeiten des Internets empfiehlt es sich, auch direkt mit einem Energieberater zu sprechen. Einen geprüften Energieberater in Ihrer Nähe finden Sie in der Datenbank „Rat und Tat“. Und mit dem kostenlosen Energiesparkonto kann der eigene Heizwärmeverbrauch erfasst und reduziert werden. Ganz wichtig, damit die Pumpen effizient laufen und nicht unnötig viel Strom verbruachen. 

3. Ist sie auch die Richtige für mich?

Diese Frage muss zweifelsfrei geklärt werden, bevor man beim Händler das Ja-Wort gibt. Wärmepumpen müssen nämlich genauer geplant werden als konventionelle Heizkessel, da sie möglichst exakt auf den Wärmebedarf des Gebäudes und auf den Heizkreis abgestimmt sein müssen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizkreis, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Günstig sind also Fußbodenheizungen, Wandflächenheizungen sowie neue oder energetisch sanierte Gebäude.

Folgende Tabelle gibt wichtige Informationen zu den verschiedenen Wärmepumpen:


 

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Tiefenbohrungen (für Sonde)

Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenkollektor

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Wärmequelle

Luft

Erdreich

Erdreich

Grundwasser

Mindest-JAZ1 für Förderung2

3,7

4,3

Stromverbrauch3

4.500 kWh

3.900 kWh

Förderung4

10 EUR/m²

20 EUR/m²

Höchstbetrag der Förderung

50% der Höchstbeträge von Erd­wärmepumpen

Erste Wohneinheit (WE): max. 2.400 Euro

Zweite bis fünfte WE: max. 1.200 Euro je WE

Ab sechster WE: max. 300 Euro je WE

Preis Wärmepumpe inkl. Installation 5

10.000 - 12.000

Euro

9.000 - 12.000 Euro

9.000 - 12.000 Euro

9.000 - 12.000 Euro

Preis Wärmequelle

ca. 2.000 -3.000 Euro je nach Gerätetyp und Aufstellung

Bohrungen bis 100 Meter Tiefe.
ca. 800 - 1.200 Euro pro Kilowatt Entzugsleistung je nach Boden­beschaffenheit

Erdaushub: 1,2-1,5 Meter tief; 1 bis 2 mal beheizte Nutzfläche.
Ca. 500 - 800 Euro pro Kilowatt Entzugsleistung je nach Bodenbeschaffenheit

Saug- und Schluckbrunnen
Kosten ca. 50 - 60 Euro pro Meter Bohrtiefe. Typische kleine Anlage ca. 4.000 Euro

1: Jahresarbeitszahl (JAZ) für elektrisch angetriebene Wärmepumpen. Für Gas-Wärmepumpen gilt eine Mindest-JAZ von 1,3.

2: An die Förderung sind weitere Bedingungen geknüpft wie z.B. der Einbau von Messeinrichtungen und ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage.

3: Wärmepumpenstromverbrauch eines gut sanierten 140 m² Einfamilienhauses mit einem Gesamtwärmebedarf von 120 kWh/(m²a) (Annahme: die für die Förderung geforderten Mindest-JAZ werden erreicht).

4: Der Fördergrundbetrag bezieht sich auf die beheizte Nutzfläche der Wohneinheit.

5: Preis der Wärmepumpe für ein Ein-/Zweifamilienhaus inkl. Installation. Wert ist abhängig von der benötigten Heizleistung.


4. Auf´s Timing achten!

Ein günstiger Zeitpunkt für die Anschaffung einer Wärmepumpe ist insbesondere, wenn der Heizkessel sowieso ausgetauscht werden muss und wenn Dämmmaßnahmen an Dach, Fassade, Keller geplant sind. Dann kann nämlich ggf. durch den zusätzlichen Einbau der Wärmepumpe ein förderfähiger KfW-Effizienzstandard erreicht werden. Ungünstig ist es hingegen, wenn zunächst nur der Heizkessel getauscht werden muss, aber mittelfristig Dämmmaßnahmen geplant sind. Nach der Dämmung wäre die Wärmepumpe dann überdimensioniert, also weniger effizient. 

5. Immer sauber bleiben!

Wärmepumpen sind prinzipiell sehr wartungsarm. Ein paar Wartungsarbeiten sind aber nötig, um die Anlage dauerhaft optimal zu betreiben. Diese Arbeiten bestehen aber zumeist nur aus wenigen Handgriffen und teilweise übernimmt diese auch der Hersteller bzw. der Monteur im Rahmen der Garantieleistungen. Die Wartung umfasst unter anderem:

-          Reinigung und Funktionsüberprüfung der Wärmepumpe,

-          Überprüfen der Sicherheitsventile und Füllstände von Heizung, Wasser und ggf. Sole,

-          Kontrolle und Reinigung der Zu- und Ableitungen,

-          Reinigung der Kondensatwanne und des Kondensatwasserablaufs,

-          Überprüfung der Einstellungen der Heizungsregelung und der Schaltzeiten,

-          Sichtprüfung der Steckverbindungen der Steuerungselektronik.

Peter Mellwig gab uns diese Tipps im Oktober 2010. Herr Mellwig arbeitet als freiberuflicher Energieberater in Berlin: www.energiespar-beratung.de.

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