» Layer schließen

CO2 Energiesparclub Wissen, was wirkt.

Achillesferse Datenschutz

Intelligente Strom- und Gaszähler, so genannte Smart Meter, sollen künftig eine kritische Prüfung des Verbrauchsverhaltens auslösen. Fraglich ist, ob das wirklich gelingt und gleichzeitig datenschutzrechtliche Vorbehalte ausgeräumt werden können.

Verlangt hohe Standards beim Datenschutz: Peter Blenkers, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes macht die bisherige Zählertechnik zu einem Auslaufmodell. Neue Zähler, die nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die tatsächliche Nutzungszeit darstellen, werden schrittweise ab Januar zum Einsatz kommen. Allerdings gibt es bis heute keinen einheitlichen Zählerstandard, vielmehr ist eine Vielzahl von technischen Datenerfassungs- und -übermittlungslösungen auf dem Markt.

Bislang erfolgt die Ablesung und Abrechnung des Energieverbrauchs einmal jährlich. Diese wird allerdings oft in einer für Kunden nicht nachvollziehbaren Rechnung aufbereitet. Kein Wunder also, dass über den Energieverbrauch im Haushalt großes Unwissen herrscht. Studien zeigen, dass etwa drei Viertel aller Haushalte gar nicht wissen, wie viel Strom sie verbrauchen. Smart Meter sollen das ändern.

Allerdings sparen auch die neuen Zähler nicht automatisch Energie! Es kommt vielmehr darauf an, dieses Einsparpotenzial mit Hilfe der Daten, die die Smart Meter liefern, zu erschließen. Dazu müssen die Verbraucher die Messergebnisse allerdings richtig interpretieren können. Hilfestellung hierzu bietet unabhängige Energieberatung – etwa in den über 500 lokalen Energieberatungsstellen der Verbraucherzentralen.

Mehr Daten sind gut – wenn sie privat bleiben

Die neuen Zähler eröffnen ein ganz neues Problem: Die Daten der Smart Meter werden nicht mehr beim Kunden manuell abgelesen, sondern automatisch über Datenleitungen abgerufen. Mit der gezielten Auswertung von Verbrauchsdaten in kurzen Zeitintervallen (zum Beispiel ein Messwert pro Viertelstunde) bietet sich die Möglichkeit, einen intimen Blick hinter die Gardinen eines Haushaltes zu werfen. Daten, die Rückschlüsse auf Anwesenheit und Lebensgewohnheiten der Bewohner ermöglichen, sind gewiss als sensibel einzustufen. Daher erscheint es unabdingbar, dass die Messstellenbetreiber – in der Regel sind das die örtlichen Netzbetreiber – hohe Sensibilität in Sachen Datenschutz an den Tag legen. Die Erhebung und Weiterleitung von Daten in kurzen Zeitintervallen (mehr als ein Verbrauchswert pro Tag) an Netzbetreiber und Stromlieferant darf nach Meinung der Verbraucherzentrale NRW nicht ohne Wissen und Einwilligung des Verbrauchers erfolgen.

Der Datenschutz ist die Achillesferse des Smart Meterings. In diesem Punkt müssen die Messstellenbetreiber nicht nur hohe Standards entwickeln und einhalten, sondern ihre Kunden auch glaubwürdig davon überzeugen. Eine weitgehende Datenhoheit des Verbrauchers sollte daher im Mittelpunkt stehen. Etwaige Datenskandale in diesem Bereich würden sich extrem nachteilig auf die Verbreitung von „Smart Meter“ auswirken.

Das wäre unverzeihlich. Denn um das Nutzerverhalten in Sachen Energiesparen zu ändern, geht kein Weg an intelligenten, fernauslesbaren Zählern vorbei.

Kommentare

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Noch keine Kommentare.

Ihr kostenloses Energiesparkonto

  • Bilanzieren
    Alle Verbrauchsdaten auf einen Blick
  • Bewerten
    Verbrauch richtig einschätzen
  • Beraten
    Sparen mit individuellen Tipps

51.354 Nutzer sind bereits auf Sparkurs

Zum Energiesparkonto

Fragen + Antworten

Wie funktionieren Smart Meter?

Hier finden Sie Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema Smart Metering.

» mehr
0 Kommentare

Funktionen Energiesparkonto
So erstellen Sie Ihr Konto

Um ein kostenloses Energiesparkonto anzulegen, brauchen Sie nur wenige Minuten Zeit und eine gültige E-Mailadresse.

» ansehen
Das Haushaltsbuch für Ihre Energiekosten

Das Energiesparkonto lässt sich als Haushaltsbuch für Ihren Energie-verbrauch einsetzen: jährlich, monatlich oder sogar täglich.

» ansehen
Das Energiesparkonto auf einen Blick

Mit dem Energiesparkonto bekommen Sie Ihren Energieverbrauch in den Griff. Wie das funktioniert - diese Einführung zeigt es.

» ansehen
» Funktionen

Smart Meter brauchen...

...engagierte Verbraucher!
Ursula Sladek, EWS Schönau

» mehr