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CO2 Energiesparclub Wissen, was wirkt.

Nachhaltige Geldanlagen

„Anleger wollen wissen, was mit Ihrem Geld passiert“

Werner Landwehr von der GLS Bank: „Die Art und Weise, wie man Geld anlegt, beeinflusst und gestaltet die Welt in der wir leben.”

Die Modernisierung der eigenen vier Wände ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Was es darüber hinaus für Gründe gibt, sein Geld in das eigene Haus zu investieren und was bei der Finanzierung zu beachten ist, erklärt Werner Landwehr. Er ist Leiter der Berlin-Filiale der GLS Bank. Die Bochumer Genossenschaftsbank, 1974 gegründet, war die erste Bank in Deutschland, die nach ethisch-ökologischen Grundsätzen arbeitet. Heute ist die GLS Bank mit 270 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutschlandweit an sieben Standorten vertreten und betreut rund 60.000 Kunden.

Energiesparclub: Ihre Bank unterstützt sozial-ökologische Projekten und Anlageformen. Können Sie damit Geld verdienen?

Werner Landwehr: Man kann so auf jeden Fall sinnvoll Geld einsetzen. Anleger wollen heute wissen, was mit Ihrem Geld passiert, wenn Sie es zur Bank bringen. Die Art und Weise, wie man Geld anlegt, beeinflusst und gestaltet schließlich die Welt in der wir leben.

Von uns finanzierte Projekte wie nachhaltige Immobilien sind durchaus in der Lage, sich wie vergleichbare Anlageformen bezahlt zu machen. So sind unsere Projekte ein sicheres und vor allem ein gesellschaftlich sinnvolles Investment.

Energiesparclub: Kommen viele Kunden zu Ihnen, die ihr Eigenheim energetisch modernisieren möchten?

Werner Landwehr: Ja, wir haben eine ganze Abteilung, die sich darum kümmert. Viele Kunden möchten beispielsweise eine Photovoltaik-Analge auf ihrem Dach errichten. Aber insbesondere wenn auf dem Haus noch Grundschulden lasten, geben andere Banken häufig keine weiteren Kredite. Außerdem haben wir sehr günstige Zinssätze für ökologisch besonders sinnvolle Maßnahmen.

Energiesparclub: Die bundeseigene KfW-Bankengruppe bietet für die energetische Gebäudemodernisierung Kredite zu guten Konditionen an. Wie kommen Interessenten an diese Kredite?

Werner Landwehr: Die KfW-Förderprogramme können nicht direkt über die KfW-Bank beantragt werden, das geht nur über anderen Banken. Aber nicht alle Banken bieten diese Förderprogramme an, da dies insbesondere für kleinere Banken relativ aufwändig ist. Kunden, die KfW-Förderungen in Anspruch nehmen möchten, sollten sich also erkundigen, bei welcher Bank diese angeboten werden.

Energiesparclub: Warum lohnt es sich aus finanzieller Sicht, sein Haus energetisch zu modernisieren?

Werner Landwehr: Die finanzielle Bewertung von ökologischen Modernisierungsmaßnahmen hängt sehr stark von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor ist der Zustand der jeweiligen Immobilie: Ist das Haus beispielsweise schlecht gedämmt, dann lohnen sich Investitionen natürlich deutlich mehr als bei einem Gebäude, das vielleicht schon über eine recht gute Dämmung verfügt. Ein weiterer Faktor ist die Preisentwicklung von Heizöl und Erdgas. Es spricht alles dafür, dass die fossilen Energieträger weiter deutlich teurer werden, womit sich die energetische Modernisierung immer mehr lohnt.

Energiesparclub: Gibt es weitere Faktoren, die für eine Modernisierung sprechen?

Werner Landwehr: Die gesetzlichen Anforderungen an Gebäude werden mehr und mehr verschärft und gleichzeitig an die staatlichen Förderungen angepasst. Daher ist es sinnvoll, Modernisierungen möglichst früh vorzunehmen, wenn der Staat sie fördert und nicht erst dann, wenn der Staat sie als Standard vorschreibt. Was auch nie vergessen werden darf: Viele Maßnahmen müssen sowieso irgendwann durchgeführt werden, einfach um das Gebäude zu erhalten. Dabei ist es dann häufig gar nicht viel teurer, gleich eine energetisch optimierte Maßnahme durchzuführen und damit dann Energie und Geld einzusparen.

Energiesparclub: Welche Voraussetzungen müssen Kunden mitbringen, damit sie eine Finanzierung ihrer Modernisierungsmaßnahmen bekommen?

Werner Landwehr: Bevor Modernisierungsinteressenten in eine Bank gehen, um über eine Finanzierung zu sprechen, sollten sie sich von einem Energieberater beraten lassen. Dieser kann kompetent über die jeweils sinnvollsten Maßnahmen informieren. Bei der Entscheidung für eine Maßnahme sollte dann die Finanzierung eine zentrale Rolle spielen: Bei umfassenden und kostenintensiven Maßahmen sollte man schon ein entsprechendes monatliches Einkommen im Rücken haben und die Maßnahmen nicht ausschließlich durch die Energieeinsparungen finanzieren wollen.

Energiesparclub: Welche Modernisierungsmaßnahmen führen Ihre Kunden am häufigsten durch?

Werner Landwehr: Häufig möchten sich Kunden eine Photovoltaikanlage anschaffen. Danach sind es zumeist Dämmmaßnahmen an der Außenhülle und der Kellerdecke, die nachgefragt werden. Prinzipiell gilt bei der Entscheidung für eine energetisch Maßnahme: Es ist wichtiger, den Energiebedarf zu minimieren, erst dann sollte an die Energieerzeugung gedacht werden. Außerdem sollte man nicht nur den eigenen Energieverbrauch betrachten, sondern auch immer nach der Ökobilanz der Maßnahmen fragen. Man sollte also berücksichtigen, dass auch Herstellung, Einbau und Entsorgung der Modernisierungsmaterialien Auswirkungen auf die Umwelt haben.

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