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EnEV 2009 – Kampf den Energieschleudern

40 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto von Gebäuden. Die Bundesregierung verschärft deshalb mit der neuen, ab 1. Oktober geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV) die Anforderungen an Wohnungen und Häuser.

„Bis zu 70 Prozent der teuer eingekauften Energie werfen Hausbesitzer und Mieter buchstäblich wieder zum Fenster raus“, sagt Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Etwa 3.600 Euro Heizkosten hat ein durchschnittlicher Hausbesitzer nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) im vergangenen Jahr ausgegeben – durch eine energetische Sanierung ließe sich die Summe halbieren. Ein „Geldsparprogramm“ hat Umweltminister Sigmar Gabriel deshalb die neue EnEV einmal genannt. Nach Angaben des Umweltbundesamtes soll die EnEV 2009 den deutschen CO2-Ausstoß um 31 Millionen Tonnen pro Jahr senken. Die bisherigen Regelungen haben gegriffen, wie die Infografik des Energiesparclubs zeigt: An der Gesamtübersicht von 350.000 Gebäuden ist abzulesen, dass der Energieverbrauch von Häusern, die jeweils nach neuen Wärmeschutz- und Energieeinsparverordnungen gebaut wurden, deutlich niedriger ausfällt.

Weniger Energieverbrauch, mehr Klimaschutz?

Die EnEV ist mittlerweile ein Klassiker des deutschen Baurechts. Ihre Vorgängerin, die Wärmeschutzverordnung, gab es bereits 1977. Die 2002 eingeführte EnEV wurde 2004 und 2007 bereits zwei Mal verschärft. Mit der neuen Fassung in diesem Jahr sollen gegenüber der bisherigen Regelung (EnEV 2007) Gebäude um durchschnittlich 30 Prozent sparsamer im Energiebedarf werden. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle von Neubauten muss im Schnitt 15 Prozent mehr leisten. Bei Altbauten bestehen Nachrüstpflichten: Unter anderem müssen begehbare Geschossdecken bis Ende 2011 gedämmt werden, wenn das Dach darüber ungedämmt ist. In einem weiteren Schritt, so die Planung, werden ab 2012 die energetischen Anforderungen an Neubauten nochmals um bis zu 30 Prozent verschärft. Der Betrieb der besonders verbrauchsintensiven Nachtstromspeicherheizungen soll beispielsweise stufenweise untersagt werden.

Mehr zur EnEV 2009

Im Kreuzverhör – Lukas Siebenkotten (DMB) und Gerold Happ (Haus & Grund) im Interview

Praxis-Check – Energieausweis im Test

KfW-Förderung – Was ändert sich durch die EnEV 2009?

EnEV-Glossar – Definitionen zu den wichtigsten Begriffen rund um die EnEV 2009

Wird die Ausnahme bei der EnEV zur Regel?

Kritiker bemängeln, dass die ambitionierten Vorgaben der neuen Verordnung durch zahlreiche Ausnahmeregelungen zunichtegemacht werden. So gilt etwa die Verordnung, den Fußboden eines Dachbodens bis Ende 2011 mit Dämmung einzupacken, für Ein- und Zweifamilienhäuser nur, wenn seit dem
1. Februar 2002 der Eigentümer gewechselt hat.  „Zumindest bei der Dachsanierung werden uns so die meisten Energieschleudern durch die Lappen gehen“, so die Vorhersage von Krawinkel. Ähnliches gilt für das Thema Heizung: Mit Strom Wärme zu erzeugen, kritisieren Experten seit Jahren als sehr ineffiziente und damit klimaschädliche Art der Energiegewinnung. So genannte Nachtstromspeicherheizungen arbeiten genau nach diesem Prinzip und sollten deshalb laut EnEV ursprünglich komplett in die Mottenkiste wandern. Nach der endgültigen Fassung müssen diese Heizungen nur ausgetauscht werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind und in Gebäuden stehen, die mindestens sechs Wohnungen haben. Da beide Kriterien nur selten erfüllt werden, bedeutet das quasi eine Laufzeitverlängerung für das Heizen mit Strom.

Salomonische Regelung bei Energieausweisen

Die Zahl der Neubauten, bei denen die EnEV in erster Linie greifen könnte, ist stark rückläufig – nicht zuletzt wegen der andauernden Wirtschaftskrise. Beim Energieausweis hat man weiterhin die Wahl zwischen einem teuren Energiepass (sog. Bedarfsausweis), der den wirklichen Zustand der Immobilie einschätzt, und einer abgespeckten Variante, die sich nur auf den Verbrauch der Vormieter bzw. Vorbesitzer bezieht (sog. Verbrauchsausweis). Nach längerem Streit zwischen Befürwortern beider Varianten hat sich das federführende Bundesbauministerium für ein salomonisches Nebeneinander entschieden – derzeit geben in der Praxis aber nur wenige Hauseigentümer Geld für den höherwertigen Energiepass aus.

Bereits dieser Überblick zeigt, wie groß der Informationsbedarf zur EnEV und zum Energiepass ist. In einer Checkliste hat der Energiesparclub deshalb die wichtigsten Fragen rund um die neue Verordnung zusammengefasst.

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Kommentare

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18.09.2011 |

Hallo twag,
ich stimme Ihnen zu, dass KWK (wenn Sie damit BHKWs meinen..) auf jeden Fall stärker berücksichtigt werden muss als bisher - aber die Wärmepumpe als solches wird ihren Anteil zur Energieeinsparung in jedem Falle leisten.

Sei es als regenerative (Um-)Luftwärmepumpe i n stark gedämmten Häusern o d e r als Luft- oder Sole-Wärmepumpen evtl. mit Solarthermieunterstützung in mässig gedämmten Häusern oder als Recuperationselement in der Industrie usw. usf.
Übrigens, inzwischen gibt es auch schon Gaswärmepumpen wie Sie vielleicht wissen...wenn's denn unbedingt ohne Strom sein soll.
Ja der Strom kommt und wird kommen aus f a s t allen Quellen aus den er jetzt schon kommt...mit veränderten Anteilen unter anderem natürlich BHKWs - aber allen Unkenrufen zum Trotz mit höherem Anteil an den bis dato häufig belächelten regenerativen Energieformen.

Wird dann der Strom-Mix mit höherem regenerativen Anteil dargestellt werden - was in absehbarer Zeit so sein m u s s und sein wird - sieht die Rechnung ganz anders aus.

Mit Verlaub, es ist aber jetzt schon unredlich oder ignorant mit Floskeln wie, Zitat: "Nur weil sie den Strom "effizienter" verschleudern?" eine intelligente, stark ausgereifte, nicht perfekte Technik - aber die gibt's auch (noch?) nicht... - abzutun und mit primitiver,
tatsächlich ineffizienter Widerstandsheizung zu vergleichen.

Die Wärmepumpentechnik die in der Praxis schon abermillionenfach (dazu zählen unter anderem auch die (Kompressor-)Kühlschränke in deutschen Haushalten...) bewiesen hat mit : 1 k W z.B. elektrische Energie ca. 3 k W bis annähernd 5 k W Nutzenergie (sprich Wärme oder Kälte) zu erzeugen - zeigt auf alle Fälle in die Zukunft - ebenso wie KWK und hoffentlich bald Wasserstoff und Brennstoffzellen etc. pp.!

Mit freundlichen Grüßen an ALLE Energiesparer.

31.05.2011 | Jens Hakenes / Energiesparclub-Team

Hallo twag,

zu den Vor- und Nachteilen von Wärmepumpen gibt es ebenfalls ein Themenspezial des Energiesparclubs. Dabei wird auch die Frage der Stromerzeugung diskutiert:

http://www.energiesparclub.de/themenspezial/waermepumpen/

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) haben wir auch unter die Lupe genommen und unter anderem beschrieben, für wen sich ein Blockheizkraftwerk lohnt:

http://www.energiesparclub.de/themenspezial/blockheizkraftwerke/index.html

Viele Grüße vom Energiesparclub

25.05.2011 | twag

Schön finde ich den Kommentar "Mit Strom Wärme zu erzeugen...sehr ineffiziente und damit klimacshädliche Art...". Sehr richtig! Nur leider werden trotzdem "Wärmepumpen" gefördert! Warum? Nur weil sie den Strom "effizienter" verschleudern? Da muss nachgebessert werden. Man stelle sich mal vor, alle Heizen mit Wärmepumpen..Wo kommt der Strom her? Und warum Wärme erzeugen um Strom zu erzeugen um dann wieder, nachdem man den Strom durch die Leitungen geschickt hat, wieder Strom zu erzeugen? Es sollte viel mehr KWK geben...

17.09.2009 | Admin

Lieber sparfuchs64,

vielen Dank für den Hinweis. Die Kommentarfunktion wird nach und nach freigeschaltet und ist jetzt auch für den Gastkommentar verfügbar.

Schöne Grüße und viel Spaß beim Energiesparen.

Ihr Energiesparclub-Team

16.09.2009 | Andreas Braun/ Energiesparclub-Team

Warum gibt es beim Gastkommentar der Verbraucherzentrale keine Kommentarfunktion? Kinderkrankheit der neuen Seite oder Absicht?

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Ab wann gilt die neue EnEV?

Entscheidend ist die so genannte Bauantragstellung. Erfolgt sie nach dem
1. Oktober 2009, gilt die EnEV 2009; für alle bis dahin eingereichten Bau- und Sanierungsvorhaben gilt noch die EnEV 2007.

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