Thermostate kennen wir alle: Das sind die zylinderförmigen Plastikgriffe an den Heizkörpern, an denen wir drehen, wenn uns zu kalt oder zu warm ist. Die Geschichte des Thermostats ist eine Geschichte von Sparen und Komfort. Davor gab es nur die so genannten Handventile. Eine genaue Temperatureinstellung: unmöglich, weshalb die Räume damals entweder zu heiß oder zu kalt waren. Mit der Entwicklung des Thermostats haben findige Ingenieure seit 1952 das Heizen revolutioniert: Durch Fühlerelemente konnte erstmals eine eingestellte Raumtemperatur gehalten werden. Die letzte Revolution ist um die zehn Jahre alt: programmierbare Thermostate, die es mittlerweile auch als Funklösung gibt.
Defekte Ventile oder Thermostatköpfe lassen sich vom Laien nur schwer erkennen. Deutliche Anzeichen gibt es dennoch: Wenn sich die Thermostatköpfe nur noch mühsam drehen lassen oder die Heizkörper immer gleich warm bleiben, dann wird es Zeit, sich neue Thermostatköpfe zuzulegen. Mieter können dies übrigens auch von Ihrem Vermieter einfordern: Sie haben ein Recht auf funktionierende Thermostate.
Interview – Thomas Müller von „test” über programmierbare Thermostate
Praxisbeispiel – Familie O. aus Berlin hat 15 Prozent Heizenergie gespart – so hat das Energiesparkonto geholfen
Kurz gesagt: Ja. Denn auch funktionsfähige, aber veraltete Thermostate können verantwortlich für Heizenergieverschwendung sein. Sie reagieren oft gar nicht oder nur unzulänglich auf Raumtemperaturschwankungen. co2online geht auf Grundlage eigener Erhebungen davon aus, dass von den geschätzt 150 Millionen deutschen Thermostaten etwa die Hälfte älter als 20 Jahre ist. Das Einsparpotenzial neuer, nicht programmierbarer Thermostate liegt nach Angaben der Stiftung Warentest und des Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), in dem die Thermostat-Hersteller organisiert sind, bei zehn Prozent. Bundesweit könnten durch einen Austausch also etwa drei bis vier Millionen Tonnen CO2 und Mehrkosten für Mieter und Hausbesitzer von einer Milliarde Euro eingespart werden.
Wenn Sie die Thermostate austauschen, sollten Sie sich am besten gleich für programmierbare Thermostatköpfe entscheiden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind nicht teuer, sparen Energie, bieten einen erheblichen Komfortgewinn, sind leicht montierbar und können von Mietern beim Umzug mitgenommen werden. Kurz gesagt: Sie müssen nicht allzu viel ausgeben, um Geld und Energie sparen zu können.
Mit programmierbaren Thermostaten können Verbraucher genau eintakten, wann welcher Heizkörper hoch- oder runterregelt. So läuft dieser nicht weiter, wenn der Nutzer schläft oder im Büro ist – und Kinderzimmer werden nicht unnötig beheizt, wenn ihre Bewohner in der Schule sind. Komfort bieten die elektronischen Helfer zusätzlich: Das lästige Herunterdrehen der Heizkörper beim Verlassen des Hauses oder der Wohnung entfällt. Wer morgens gerne ins warme Bad geht, kann seine Thermostate entsprechend programmieren.
Bei einigen Produkten können die Temperaturfühler von Funkthermostaten frei im Zimmer angebracht werden, was eine genauere Messung ermöglicht, als wenn diese direkt am Heizkörper hängen. Viele Hersteller bieten zudem Tür/Fenster-Kontakte an: Das Gerät erkennt, wann Fenster oder Türen zum Lüften geöffnet werden und regelt automatisch die Heizung herunter, wo sonst die eindringende kalte Luft für glühende Heizkörper sorgt.
Angeblich stören die Frequenzen von Funkthermostaten das Fernsehbild. Andere fürchten Elektrosmog. Bernd Grohmann, Leiter des Bereichs Hausautomation OEM des Elektronikherstellers ELV, zerstreut die Bedenken. „Das sind urbane Legenden. Der Frequenzbereich, den Funkthermostate nutzen, ist ein ganz anderer als von anderen Elektrogeräten.“ Außerdem würden die Thermostate nur wenige Millisekunden lang senden – zu kurz für eine wahrnehmbare Störung. Und auch zu kurz und vor allem zu schwach, um nennenswerten Elektrosmog zu erzeugen. Zum Vergleich: Mobiltelefone haben nach Aussagen von ELV eine 1.000-10.0000-fach stärkere Sendeenergie als handelsübliche Sensoren von Funkthermostaten.
Lange Bedienungsanleitungen gehören zwar weiterhin zum Lieferumfang, in Sachen Benutzerfreundlichkeit hat sich aber in den letzten Jahren schon einiges getan. Einige Modelle haben eine recht intuitive Benutzerführung, ganz ohne den Blick auf die Bedienungsanleitung wird der Anfänger aber nicht auskommen, denn es handelt sich um technisch anspruchsvolle Produkte. Unser Tipp: Versuchen Sie, die Geräte beim Händler auszuprobieren. Falls es keine Alternative zur Bestellung im Internet gibt: Kaufen Sie zunächst nur einen Regler und prüfen Sie, wie Sie mit diesem zurechtkommen.
Die Auswahl an programmierbaren Thermostatköpfen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Um einen guten Überblick zu bekommen, empfiehlt sich eine Recherche im Internet – dort finden Sie beispielsweise auf Google Shopping auch jene Produkte, die Sie im Baumarkt nicht finden, sondern nur vom Handwerker direkt angeboten bekommen.
Die Produkte der fünf wesentlichen Anbieter Honeywell, ELV, Heimeier, Conrad und Danfoss reichen von einfachen programmierbaren Thermostaten bis zu Ausführungen, bei denen der Nutzer sein Heizprogramm am Rechner programmieren kann.
Die günstigsten programmierbaren Thermostate, gibt es schon ab 20 bis 30 Euro – die komplexeren Ausführungen kosten zwischen 40 und 90 Euro. Funkthermostate erhalten Sie ab etwa 60 Euro. Achten Sie aber nicht nur auf den Preis: Vor allem die einfache und übersichtliche Handhabung sind in der täglichen Praxis wichtig – nur wenn Sie Ihr Gerät richtig programmieren, können Sie auch den Komfort und das Sparpotenzial ihrer intelligenten Heizungsregelung voll nutzen.
20.000 Nutzer sind bereits auf Sparkurs
Ob Ihre Heizung sparsam oder verschwenderisch ist, hängt auch von den Thermostatventilen ab. Prüfen Sie, ob diese noch dem Stand der Technik entspricht.
» ThermostatCheck
... ich die ungenaue Regelung der herkömmlichen Thermostat-Ventile leid war. (Helmut Diepold, Hassloch).
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