Beim hydraulischen Abgleich geht es darum, die einzelnen Komponenten der Heizungsanlage aufeinander abzustimmen - so dass die Wärme dahin kommt, wo sie benötigt wird. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Thermostatventile. Deren Aufgabe ist es, die Temperatur im Raum möglichst konstant zu halten. Dazu sind sie auf den richtigen Wasserdruck angewiesen. Ist der Druck zu hoch, wird der Heizkörper heiß, obwohl das Thermostatventil nur sehr wenig geöffnet ist. Ist der Druck zu niedrig, wird der Heizkörper erst warm, wenn das Ventil ganz geöffnet ist. In beiden Fällen kann es seine Aufgabe nicht richtig erfüllen. Sinn des hydraulischen Abgleichs ist es, an allen Heizkörpern für den richtigen Wasserdruck zu sorgen und so Geld zu sparen.
Durch einen hydraulischen Abgleich ist eine Ersparnis von 15 Prozent der Heizenergiekosten möglich. Voraussetzung für das optimale Einstellen der Heizanlage sind voreinstellbare Thermostatventile oder Rücklaufverschraubungen an den Heizkörpern. Wichtig ist auch, dass es sich um ein 2-Rohr-System handelt, dass also zwei Rohre zum Heizkörper führen. Ein 1-Rohr-System kann nur sehr beschränkt abgeglichen werden.
Zunächst wird die Heizlast für jeden einzelnen Raum berechnet. Entscheidend dafür sind die Außenflächen, also Wände, Decken, Fenster und Türen. Die errechnete Heizlast wird dann mit der Heizleistung der vorhandenen Heizkörper verglichen. Zusätzlich wird die Entfernung zur Heizungspumpe berücksichtigt. Aus all diesen Größen ergeben sich die Einstellwerte für die einzelnen Heizkörper.
Die Aufnahme der Daten dauert für ein Einfamilienhaus etwa eineinhalb Stunden, die Berechnung etwa vier Stunden. Das Einstellen der Heizkörper braucht dann nur etwa fünf Minuten pro Heizkörper, wenn keine Bauteile ausgetauscht werden müssen.
Auch die genauen Kosten hängen von der Hausgröße ab. Bei Einfamilienhäusern ist ein Abgleich ab etwa 500 Euro möglich. In unserem Beispielhaus werden durch den hydraulischen Abgleich jährlich 160 Euro eingespart. So rechnet sich die Maßnahme schon nach nur fünf Jahren.
Außerdem können Verbraucher bei der KfW Förderbank einen Zuschuss beantragen - beim hydraulischen Abgleich beträgt dieser 25 Prozent. Die Details zur Förderung haben wir für Sie ebenfalls zusammen gestellt.
Immer mehr Heizungsbauer bieten den hydraulischen Abgleich an. Es kommt jedoch häufig vor, dass Handwerker die Technik nicht beherrschen und Verbrauchern deshalb vom Abgleich abraten. Um frustrierenden Erfahrungen bei der Handwerkersuche vorzubeugen, benutzen Sie am besten unsere Datenbank.
Mit dem kostenlosen Energiesparkonto können Sie dann den Erfolg der Maßnahme kontrollieren. Geben Sie dazu Ihre bisherigen Verbrauchsdaten und neue Zählerstände oder Abrechnungen sowie den Zeitpunkt des hydraulischen Abgleichs ein. Das Konto wertet Ihre Eingaben mit übersichtlichen Tabellen und Grafiken aus und zeigt Veränderungen und weitere Einsparpotenziale an. So werden Sie beim Energiesparen kontinuierlich und kompetent beraten.
Außerdem empfehlen wir das Energiesparbuch von Stiftung Warentest. Der Ratgeber hilft ebenfalls, Ihre Energiekosten zu senken und gleichzeitig das Klima zu schützen
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