Energiesparheld Udo Vöge

Sanierung mit Augenmaß

Udo Vöge aus Bremen ist der neue Energiesparheld. Der kaufmännische Angestellte, wohnt mit seiner Familie in einem originalen Altbremerhaus. In den vergangenen Jahren hat er den fast 130 Jahre alten Bau mit viel Augenmaß saniert und seinen Energieverbrauch bis zum Jahr 2012 um 5.748 Kilowattstunden gegenüber dem Jahr 2007 reduziert. Damit hat er durch die Energieeinsparungen das Klima um 1.703 Kilogramm CO2 entlastet. Das entspricht in etwa einer PKW-Strecke von 6.812 Kilometern. Zuletzt hat der Eigenheimbesitzer einen hydraulischen Abgleich durch einen Handwerker durchführen lassen.

Energiesparheld Udo Vöge

Name: Udo Vöge

Ort: Bremen

Haushalt:
lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in einem typischen Altbremer Haus (Einfamilienhaus, Baujahr 1898, Wohnfläche 135 m2)

Energiesparkonto-Nutzung:
Strom: 450 Zählerstände und 5 Abrechnungen eingetragen
Gas: 189 Zählerstände und 8 Abrechnungen eingetragen

Energiesparclub: Herr Vöge, seit wann und warum nutzen Sie das Energiesparkonto?

Udo Vöge: Seit ungefähr drei Jahren, wobei ich aber auch Abrechnungen aus den Jahren davor nachträglich eingetragen habe, um einen noch besseren Überblick über unseren Verbrauch zu erhalten.

Energiesparclub: Gab es einen Auslöser für die Nutzung des Energiesparkontos?

Udo Vöge: Wir haben 1999 das Haus gekauft und mit Blick auf unser Portemonnaie die Verbräuche immer wieder verglichen. In der Tageszeitung las ich auf der Verbraucherseite vom Energiesparkonto und habe gleich darauf ein Konto online eröffnet und begonnen meine Daten einzutragen. Das Energiesparkonto ist einfach und übersichtlich, vor allem, da es unseren Verbrauch klimabereinigt darstellt und so einen echten Vergleich der einzelnen Jahre zulässt.

Energiesparclub: Konnten Sie von der Nutzung des Energiesparkontos profitieren?

Udo Vöge: Sehr sogar. Aufgrund der Tipps haben wir nach und nach energieeffiziente Elektrogeräte angeschafft. Die neue Waschmaschine sowie der neue Wäschetrockner und Kühlschrank wurden jedes Mal im Energiesparkonto festgehalten. Bereits wenig später waren die Einsparungen sichtbar. Auch einen Handwerker für den hydraulischen Abgleich habe ich in der Handwerkerliste des Energiesparkontos gefunden.

Energiesparclub:
Sie haben mehrere Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Gab es Maßnahmen, die für Sie gar nicht in Frage kamen?

Udo Vöge: Mir ist klar, dass wir noch Sparpotenzial haben. Aber unser Altbremerhaus ist fast 130 Jahre alt und hat eine wunderschöne originale Stuckfassade. Unser Haus ist kein Niedrigenergiehaus und das soll es auch nicht werden. Ein Wärmeverbundsystem an der Außenfassade kommt für mich nicht in Frage. Sanierungsmaßnahmen sind für mich nur mit Augenmaß für die Bausubstanz möglich.

Energiesparclub: Für welche Maßnahmen haben Sie sich entschieden?

Udo Vöge: 2007 haben wir das Dach erneuert und gedämmt und in diesem Zuge auch die gesamte Heizung erneuert. Danach ging der Energieverbrauch schon richtig runter. Später haben wir dann die Fensterscheiben getauscht. Die Holzrahmen waren noch gut, daher haben wir diese erhalten. Ganz zum Schluss haben wir einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen.

Burkhard Hennig, Dipl.-Ing. Architekt und selbstständiger Energieberater aus Bremen, war beim Gespräch mit dem Energiesparhelden dabei.

Energiesparclub: Wann kam die Energieberatung durch Herrn Hennig ins Spiel?

Udo Vöge: Erst als die ganzen Maßnahmen bereits umgesetzt waren. Ich wollte mir das Ergebnis von einem Fachmann bewerten lassen.

Burkhard Hennig:
Mir ist wichtig, dass ich auf die Wünsche der Kunden eingehe. Eine individuelle Beratung ist ein ganz wichtiger Punkt und eben nicht ein vorgefertigtes Maßnahmenpaket, dass der Kunde vorgelegt bekommt. Daher hätte ich Herrn Vöge im Vorfeld auch nie zu einer Fassadendämmung geraten.

Energiesparclub: Wie hat die Durchführung des hydraulischen Abgleichs durch den Handwerker bei Ihnen funktioniert?

Udo Vöge: Das gestaltete sich bei uns ein wenig schwierig. Das liegt an unserer Heizungsanlage, die sehr speziell ist. Viele Heizungsrohre verlaufen in unserem Haus unter einer Verkleidung oder in den Wänden. Einmal haben wir im Keller eine Verkleidung abgenommen und hatten ein richtiges Aha-Erlebnis: Der Weg zur Heizung betrug insgesamt 28 Meter anstatt der angenommenen 12 Meter. Da konnten die ermittelten Werte für die Dimensionierung des hydraulischen Abgleich einfach nicht stimmen. Aber seit diesem Punkt können wir sagen, dass der hydraulische Abgleich wunderbar funktioniert.

Energiesparclub:
Wieviel hat der hydraulische Abgleich gekostet?

Udo Vöge: Um den hydraulischen Abgleich durchführen zu können, mussten wir einen Heizkörper und sämtliche Thermostatventile austauschen und einen Differenzdruck-Regler installieren. Insgesamt haben wir 980 Euro bezahlt. Davon entfielen nur 200 Euro auf die Arbeitskosten für Datenerfassung, Berechnung und Einstellung für den Handwerker.

Burkhard Hennig: Im Zuge des hydraulischen Abgleichs bietet es sich auch an, eine Hocheffizienz-Pumpe einzubauen. Da die aktuelle Pumpe von Herrn Vöge aber fest in der Therme verbaut ist, war dies nicht möglich. Deswegen wurde damals ein Differenzdruckregler installiert.

Das Altbremerhaus der Familie Vöge ist fast 130 Jahre alt.

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Nach der Durchführung des hydraulischen Abgleichs ist eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs im Energiesparkonto von Herrn Vöge zu erkennen.

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Energiesparclub: Herr Hennig, empfehlen Sie als Energieberater den hydraulischen Abgleich Ihren Kunden?  

Burkhard Hennig:
Ja. Der hydraulische Abgleich ist nicht nur für viele staatliche Förderprogramme eine Voraussetzung, sondern auch in der Praxis eine  wirkungsvolle Maßnahme, um Heizungsenergie zu sparen.

Energiesparclub: Wie viele Handwerker in Bremen kennen Sie, die diesen anbieten und auch durchführen können?

Udo Vöge:
In Bremen, einer 600.000 Einwohnerstadt, gibt es nur ungefähr drei bis vier Handwerksbetriebe, die den hydraulischen Abgleich anbieten. Der Handwerker, der meine Heizung eingebaut hat, gab ehrlich zu, dass er das nicht machen würde. Da habe ich mich dann auf die Suche gemacht und einen über die Handwerkerliste vom Energiesparkonto gefunden.

Burkhard Hennig: Für Bremen kann ich das bestätigen. So wie bei Herrn Vöge, ist der hydraulische Abgleich ein wenig mit Detektiv-Arbeit verbunden. Gerade  im Altbau tun sich die Handwerker etwas schwer mit der Umsetzung.

Energiesparclub: Herr Vöge, wie hat sich Ihr Verbrauch seitdem entwickelt und gibt es Verbesserungen im Komfortbereich?

Udo Vöge:
Der Verbrauch ist eindeutig gesunken. Innerhalb der nächsten Jahre werden wir durch die geringeren Energiekosten die Kosten für den hydraulischen Abgleich ausgleichen. Auch im Komfortbereich gibt es viele Verbesserungen. Ein gutes Beispiel ist unser großes Wohnzimmer. Dort hatten wir vor allem beim Übergang zu den kälteren Jahreszeiten die größten Probleme, eine angenehme Raumtemperatur zu erreichen. Dort sind wir jetzt, nach dem hydraulischen Abgleich, bei einer Raumtemperatur von 20,5 Grad und die hält die Heizung auch. Der Heizkörper gibt jetzt immer die Wärmemenge ab, die wir brauchen.

Energiesparclub: Herr Hennig, auch ein Energiesparheld kann noch besser werden. Welche weiteren Energiesparmaßnahmen könnte Herr Vöge noch umsetzen?

Burkhard Hennig:
Mein Tipp wäre im Wohnzimmer, wo die Temperatur auf dem behaglichsten Niveau gehalten wird, über eine Innendämmung nachzudenken.
Übrigens, nicht alle Verbraucher sind so informiert  wie Herr Vöge und wissen nicht, wo sie mit ihren Energiesparmaßnahmen beginnen sollen. Suchen Sie sich einen Berater mit Erfahrung und stellen Sie mit diesem gemeinsam einen auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Maßnahmenplan auf. Dann kommen Sie zum Ziel.

 

Sie möchten wissen:

Was genau ist der hydraulische Abgleich?
Lohnt sich ein hydraulischer Abgleich für mein Haus?
Wo finde ich den richtigen Handwerker für den hydraulischen Abgleich?
Alle Informationen rund um das Thema hydraulischer Abgleich finden Sie auf der neuen Webseite der Kampagne „Meine Heizung kann mehr“.