Energiesparheld Peer Schuback

Ein Mieter wird Energiesparheld

Mit Peer Schuback aus Neu Wulmstorf bei Hamburg wird erstmals seit Einführung der Energiesparhelden-Aktion ein Mieter ausgezeichnet. Das zeigt: Auch Mieter können mit kleinen und großen Energiesparmaßnahmen ihre Energieverbräuche deutlich senken. Die Energieeinsparerfolge von Familie Schuback können sich sehen lassen. Seit dem Jahr 2009 haben sie ihren Stromverbrauch um 55 Prozent und den Heizenergieverbrauch um 21 Prozent reduziert. Mit diesen Ergebnissen belegen die Schubacks den 8. Platz in der Energiesparhelden-Top Ten des Energiesparclubs und haben das Klima um insgesamt 1.800 Kilogramm CO2 entlastet. Das entspricht ungefähr dem Verbrauch eines Kleinwagens bei der Fahrt einer Strecke von 11.250 Kilometern.

Welche Möglichkeiten Mieter haben, um ihre Energieverbräuche zu reduzieren, verrät der neue Energiesparheld im ausführlichen Interview.

Energiesparheld Peer Schuhback

Name: Peer Schuback, Geschäftsführer eines Unternehmens im Bereich Energieeffizienz (47)

Ort: Neu Wulmstorf bei Hamburg

Haushalt: lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in einem gemieteten Reihenhaus (Baujahr 1998, Wohnfläche 94 m2)

Energiesparkonto-Nutzung:
Strom: 26 Zählerstände und 7 Abrechnungen eingetragen
Gas: 15 Zählerstände und 9 Abrechnungen eingetragen

Energiesparclub: Herr Schuback, Sie belegen in unserer aktuellen Energiesparhelden-Top Ten den 8. Platz. Herzlichen Glückwunsch! Erstaunt Sie das Ergebnis?

Peer Schuback: Ja, hätte ich von der Auswertung im Vorfeld gehört, hätte ich mit dieser guten Platzierung überhaupt nicht gerechnet.

Energiesparclub: Wann und warum haben Sie sich entschieden ein Energiesparkonto zu eröffnen?

Peer Schuback: Das war Ende 2009. Ich wollte mir das Konto einmal genauer anschauen und fand einfach, dass es ein gutes Angebot für Privatanwender ist. 

Energiesparclub: Sie haben im Energiesparkonto für die Bereiche Strom und Heizen die Abrechnungen bis ins Jahr 2007 nachträglich eingetragen. Schauen wir uns den Bereich Strom nun einmal genauer an. In den Jahren 2007 bis 2010 sind die Verbräuche mit durchschnittlich 3.500 kWh noch relativ hoch. Dann sinken die Verbräuche zum Jahr 2011 auf nur noch 1.800 kWh. Wie haben Sie diese großen Energieeinsparungen erreicht?

Peer Schuback: Da stand ich vor einer etwas größeren Herausforderung. Zusätzlich zu unseren vorhandenen Stromverbräuchen musste ich aus beruflichen Gründen einen Server zu Hause in Betrieb nehmen, der 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche am Stromnetz hängt. Insofern mussten wir irgendwie aktiv werden, um unsere Verbräuche zu reduzieren und die zusätzlichen Verbräuche des Servers auszugleichen. Das haben wir vor allem mit dem Austausch verschiedener Elektrogeräte im Haushalt erreicht.

Ein Blick auf Einsparpotenzial im Bereich Heizen der Familie Schuback.

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Ein Blick in den Bereich Heizen im Energiesparkonto von Peer Schuhback.

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Energiesparclub: Welche Geräte haben Sie ausgetauscht?

Peer Schuback: Wir haben beispielsweise einen neuen Herd gekauft, zwei neue Fernseher angeschafft und im gesamten Haus die Beleuchtung auf LED-Lampen umgestellt. Diese neu angeschafften Geräte haben natürlich deutlich bessere Energieeffizienz-Klassen als die Altgeräte. Ein Teil der Einsparungen basiert auch auf dem bewussten Umgang mit Energie, welchen auch meine Kinder immer mehr verinnerlichen.

Energiesparclub: Können Sie abschätzen, wie viel Geld Sie damals in die Anschaffung der Neugeräte investiert haben?

Peer Schuback: Für die Großgeräte haben wir rund 3.000 Euro ausgegeben.

Energiesparclub: Auch am Gebäude und an der Heizungsanlage wurden kleinere Energiesparmaßnahmen umgesetzt. Welche waren das?

Peer Schuback: In den Fensterrahmen der beiden Kinderzimmer wurden die Befestigungen der Schutzgitter verlegt, um Wärmebrücken zu entfernen. Die Bestandslöcher in den Rahmen wurden anschließend abgedichtet.
An allen Heizkörpern habe ich selbst automatische Entlüftungsventile eingebaut. Unsere Heizungsanlage ist mittlerweile 15 Jahre alt und da gibt es sicherlich Einsparpotenzial. Aber es ist natürlich schwierig einen Vermieter von solch großen Modernisierungsmaßnahmen zu überzeugen. Von daher ist es umso wichtiger, dass wir als Familie unsere Heizenergieverbräuche durch den bewussten Umgang mit Energie optimieren. Wir achten beispielsweise auf richtiges Lüften und drehen die Heizkörper nicht total auf. So konnten wir unseren Heizenergieverbrauch von 10.980 kWh im Jahr 2009 auf 8.674 kWh im Jahr 2011 senken.

Energiesparclub: Sie sind Geschäftsführer eines Unternehmens, das sich mit Energieeffizienz im Bereich der Industrie beschäftigt. Wie bewerten Sie als Experte auf dem Gebiet Energieverbrauch das kostenlose Energiesparkonto?

Peer Schuback:
Für die Endanwender zu Hause ist das Energiesparkonto sehr praktisch, übersichtlich und vollkommen ausreichend. Ich bin von der industriellen Anwendung solcher Monitoring-Programme in meinem Beruf natürlich weit mehr Details bei der Darstellung und der Auswertung der Energieverbräuche gewohnt. Aber diese kann man auch nicht miteinander vergleichen, denn diese umfangreichen Profi-Programme kann man auch keinem Privatanwender zumuten.