Energiesparheld Karl-Heinz Mayer

„Ich spare jedes Jahr 800 Euro Heizkosten”

Wer etwas verändern will, der kann es! Klimaschutz ist nicht nur Aufgabe von Unternehmen und Regierungen. Jeder Einzelne kann etwas tun. Zehntausende Energiesparkonto-Nutzer beweisen das, indem sie Energie sparen und diese Einsparungen dokumentieren. In einer neuen Aktion stellen wir diese „Energiesparhelden” vor. Den Anfang macht ein vierfacher Vater aus Hessen, der seinen Verbrauch an Heizenergie um 80 Prozent reduziert hat.

Energiesparheld Karl-Heinz-Mayer

Name: Karl-Heinz Mayer (41)

Ort:
Frankfurt am Main

Haushalt: lebt mit seiner Frau und vier Kindern in einem Reihenhaus (Baujahr 1924, 192 m² Wohnfläche)

Energiesparkonto-Nutzung:
117 Zählerstände und 23 Abrechnungen eingetragen

 


Energiesparclub:
Seit wann und warum nutzen Sie das ESK?

Karl-Heinz Mayer:
Anfang 2010 habe ich das Energiesparkonto für mich entdeckt, ein Nachbar hat es mir empfohlen. Seitdem habe ich meine Abrechnungen rückwirkend bis 2004 eingetragen, weil ich wissen wollte, was die Sanierungsmaßnahmen am Haus in den letzten Jahren gebracht haben. Für mich ist das Konto zugleich elektronisches Haushaltsbuch und unbestechliche Erfolgskontrolle für Sanierungsmaßnahmen.

Energiesparclub: Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen?

Karl-Heinz Mayer:
2004 sollten wir wieder einmal 100 Euro mehr Abschlag für Strom und Gas zahlen. Da habe ich mir gesagt: Das kann nicht sein. Daraufhin habe ich mir unseren Verbrauch angeschaut und nach und nach unser Haus modernisiert. Zuerst haben wir 2006 den 20 Jahre alten Heizkessel, der immer den halben Keller mitgeheizt hat, durch einen Niederbrennwertkessel ersetzt. Dann haben wir neun Sonnenkollektoren zur Unterstützung der Heizung auf dem Dach installiert. 2009 kam noch ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung und 32 Meter Erdwärmetauscher dazu. Im vergangenen Jahr haben wir das Haus mit einer 200 Millimeter-Dämmung isoliert und eine Passivhaustür eingebaut.

Der Verbrauch an Heizenergie von Karl-Heinz Mayer ist seit 2006 zurückgegangen.

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Energiesparclub: Wie hat sich Ihr Verbrauch seitdem entwickelt?

Karl-Heinz Mayer: Unser Heizenergieverbrauch ist seit 2005 von rund 29.000 Kilowattstunden auf 10.600 in 2010 gesunken. Nachdem das Haus im Sommer 2010 gedämmt wurde, haben wir in 2011 derzeit einen gemessenen Verbrauch von 2477 Kilowattstunden. Laut dem Energiesparkonto ergibt das eine Prognose von etwa 5600 für 2011. Das ist eine Einsparung von circa 80 Prozent. Die Investitionen machen sich also bezahlt.

Energiesparclub: Wie oft und für welche Energieträger geben Sie Daten in das Konto ein?

Karl-Heinz Mayer: Ich nutze drei Bereiche des Kontos und trage regelmäßig Abrechnungen und Zählerstände für Heizen, Strom und Wasser ein. Das macht die Ergebnisse aussagekräftiger. Während der Heizperiode habe ich sogar täglich Zählerstände eingetragen und mir den Verbrauchsverlauf angeschaut. Außerhalb der Heizperiode nutze ich das Konto wöchentlich.

In der grafischen Übersicht lassen sich Veränderungen beim Verbrauch und Kosten leicht erkennen. Der Verbrauch von Karl-Heinz Mayer ist seit 2005 um über 18.000 kWh gesunken.

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Energiesparclub: Welche Sparziele haben Sie erreicht?

Karl-Heinz Mayer: Wir wollten vor allem den hohen Heizkosten den Kampf ansagen. Das ist gelungen. Wir zahlen jetzt pro Jahr 800 Euro weniger fürs Heizen als noch 2005. Aus unserer fast 100 Jahre alten Energieschleuder ist ein Haus geworden, das nun sogar weniger verbraucht als ein modernes Niedrigenergiehaus. Und unsere CO2-Emissionen liegen dadurch laut Energiesparkonto ebenfalls weit unter dem Durchschnitt eines deutschen Haushalts.

Energiesparclub: Welche Funktionen im Konto nutzen Sie am häufigsten?

Karl-Heinz Mayer: Ich schaue mir oft die Entwicklung unseres Verbrauchs an. Das ist vor allem aufschlussreich, wenn man regelmäßig Daten und Abrechnungen eingibt. Auch die Ereignisfunktion nutze ich häufig. Das Eintragen von Ereignissen – wie der Tausch des Heizkessels – erlaubt dann spannende Rückschlüsse auf den eigenen Verbrauch.

Die CO2-Bilanz für Strom, Heizen und Wasser auf einen Blick. Seit 2005 hat Herr Mayer seine Emissionen durch verschiedene Maßnahmen um 52 Prozent reduziert. Das kostenlose Energiesparkonto macht es deutlich. Beim Strom gibt es noch Einsparpotenzial.

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Energiesparclub: Sie haben einen Wunsch frei: Was sollte das Energiesparkonto unbedingt noch können?

Karl-Heinz Mayer: Bis vor Kurzem hätte ich mir gewünscht, dass man die Zählerstände auch mobil ins Energiesparkonto eintragen kann und nicht immer mit dem Zettel vom Zähler zum Computer muss. Aber mit der neuen App des Energiesparkontos ist das ja zumindest für Strom problemlos möglich. Es wäre toll, wenn das bald auch für Heizenergie und Wasser möglich wäre. Außerdem wäre es schön, wenn ich die Erträge der Solarthermieanlage eintragen und beobachten könnte. Für die Photovoltaik-Anlage geht das ja bereits.

Energiesparclub:
Gibt es etwas, was Ihnen durch das Energiesparkonto klar geworden ist?

Karl-Heinz Mayer:
Ja, als nächstes ersetze ich die alte Heizungspumpe durch eine moderne Effizienzpumpe. Diesen Tipp hat mir das Energiesparkonto gegeben.