Energiesparheld Christian Stahl

„Ich konnte meinen Heizölverbrauch halbieren.”

Der neue Energiesparheld ist da. Aus zehntausenden Nutzern des Energiesparkontos hat sich Christian Stahl als besonders aktiver Sparfuchs hervorgetan. Mit zahlreichen Modernisierungsmaßnahmen ist es dem Industriemeister gelungen, seinen jährlichen Heizölverbrauch von 4.000 auf 1.850 Liter zu reduzieren.

Energiesparheld Christian Stahl

Name: Christian Stahl (61), Industriemeister

Ort: Köln

Haushalt: lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in einem eigenen Zweifamilienhaus mit selbst genutzter Einliegerwohnung (Baujahr 1981, 108 m2)

Energiesparkonto-Nutzung:
überwiegend Eintrag von Abrechnungen für Heizöl; Strom- und Wasserabrechnungen erst später


Energiesparclub:
Seit wann und warum benutzen Sie das Energiesparkonto?

Christian Stahl:
Ich habe das Konto 2008 eingerichtet, die Werte jedoch bereits ab 1981 eingegeben. In Winter, der Hauptzeit, trage ich fünf Mal pro Woche bzw. jeden Tag unsere Verbrauchswerte ein. In den Nebenzeiten – wenn man nicht direkt heizen muss, aber täglich Warmwasser erzeugt wird – zwei bis drei Mal im Monat.

Ganz am Anfang war ich etwas kritisch. Ich machte mir Gedanken über die Daten, die man preisgeben muss. Daher war ich zurückhaltend. Doch wenn ich jetzt die Gesamtübersicht sehe, finde ich den aktuellen Stand sehr imposant. Das Energiesparkonto ist sehr aussagekräftig in seinen Gesamtfunktionen. Man sieht damit über Jahre hinweg, wie viel Energie man tatsächlich benötigt.

Energiesparclub: Welche Maßnahmen haben Sie in Angriff genommen?

Christian Stahl: Es ging gleich 1981 los, als das Haus erbaut worden ist. Damals ließen wir die Heizungsrohre dämmen. 1986 bekamen wir einen neuen Heizungsregler mit Witterungsführung und vielen Einstellmöglichkeiten zur Heizung und Warmwasserbereitung dazu. Da die Abgasverluste so hoch waren, kam noch ein neuer Brenner in den alten Wechselbrandkessel. Durch den Anbau des baugleichen Reihenhauses wurden zusätzlich 135 m2 freistehende Außenwand gedämmt. 1988 haben wir die Kellerdecke gedämmt. Auch der alte Kessel hatte bald ausgedient und wir bauten 1993 einen neuen Niedertemperaturkessel ein.

Über die letzten dreißig Jahre habe ich sämtliche Daten des Schornsteinfegers aufgeführt und sie im Auge gehabt. Wenn ich Veränderungen entdeckte, habe ich den Brenner entsprechend angepasst. 2006 wurde die Fensterverglasung erneuert und ein Jahr später die obere Geschossdecke gedämmt. 2007 habe ich eine Anpassung am Heizkessel selbst veranlasst. Dadurch ist die Brennerlaufzeit im Kessel erhöht und die Abgastemperatur um dreißig Grad gesenkt worden. Anschließend wurde der Heizungsregler erneuert. Der Einbau zweier moderner Effizienzpumpen 2008 hat rund 380 Kilowattstunden eingespart. Im selben Jahr habe ich die Heizungsventile ausgewechselt und einen hydraulischen Abgleich vorgenommen.

Energiesparclub: Das ist beeindruckend. Waren alle Maßnahmen erfolgreich?

Christian Stahl: Ja, auf jeden Fall. Wenn ich an den Verbrauch in den Anfangsjahren denke! Da haben die Maßnahmen sehr viel gebracht. Mein Verbrauch von anfangs 4.000 Litern Heizöl ist durch die Dachdämmung, die Isolierung der Heizungsrohre eines neuen Niedertemperaturheizkessels und die Dämmung der Kellerdecke schon auf 2.400 Liter gesunken. Da ich immer alle Verbrauchwerte eingegeben habe, sieht man das sehr gut.

Ein großer Erfolg waren auch die Wärmedämmverglasung, die Dämmung der obersten Geschossdecke und der hydraulische Abgleich. Dadurch konnte ich den Heizölverbrauch nochmals von 2.400 Litern im Jahr 2005 auf jetzt 1.850 Liter reduzieren. Insgesamt konnte ich so unseren Heizölverbrauch halbieren.

Energiesparclub: Haben sich die Investitionen auch finanziell gelohnt?

Die Energieverbrauchs-Bilanz 2010 von Familie Stahl.

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Christian Stahl: Beim Strom habe ich de facto nur den Verbrauch gesenkt. Durch die Preissteigerungen sind die Kosten letztendlich gleich geblieben. Beim Heizöl kam es immer auf den Einkaufspreis an. Da ich einen großen Heizöltank habe, kann ich im Fall von Preissteigerungen den Kauf um zwei bis drei Jahre zurückstellen, bis es wieder günstiger ist. Hätte ich keine Modernisierungsmaßnahmen unternommen, hätte ich deutlich mehr bezahlen müssen.

Energiesparclub: Gibt es etwas, was Ihnen durch das Energiesparkonto klar geworden ist?

Christian Stahl: Oh ja. Die vielen Funktionen haben mir gezeigt, dass es noch viele Einsparmöglichkeiten im Haushalt gibt. Um unseren Stromverbrauch zu drosseln, haben wir auch schon eine neue Küche mit effizienten Elektrogeräten gekauft. Damit haben wir bereits 1.000 Kilowattstunden Strom gespart.

Der hilfreichste Tipp ist momentan aber der Einsatz erneuerbare Energien. Das Energiesparkonto hat mir gezeigt, dass bei mir in dieser Hinsicht noch einiges machbar wäre. Ich prüfe nun, welche Maßnahmen in meinem Haushalt Sinn machen. Als nächstes plane ich eine Photovoltaikanlage und Solarkollektoren zur Warmwasserbereitung sowie den Einbau eines Ölbrennwertkessels.

Dokumentierte Veränderung des Stromverbrauchs im Energiesparkonto.

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Energiesparclub: Würden Sie das Energiesparkonto weiterempfehlen?

Christian Stahl: Ja, auf jeden Fall. Mit dem Energiesparkonto sehe ich mit wenig Aufwand, was wir an Heizöl, Strom und Wasser verbrauchen, was wir bisher einsparen konnten und wo noch mehr gespart werden kann.

Energiesparclub: Hat das Energiesparkonto auch etwas an Ihrem Verhalten geändert?

Christian Stahl: Ja, klar. Vor allem im Haushalt selbst. Wir verhalten uns sehr stromsparend und machen zum Beispiel das Licht und Standby-Funktionen immer aus. Gerade der Fernseher, der Drucker und der Computer schlucken sehr viel Energie, wenn sie im Standby-Betrieb sind. Das sind Kosten, die über das Jahr gesehen viel ausmachen. Da haben wir schon gespart. Die ganze Familie hat das Verhalten mit angenommen und macht beim Energiesparen mit.

Energiesparclub: Was gefällt Ihnen besonders am Energiesparkonto?

Christian Stahl: Die Daten selbst so dargestellt zu sehen, gefällt mir sehr gut. So ist das Konto sehr aussagekräftig. Vor allem die Dateneingabe und -auswertung sind für mich optimal.

Energiesparclub: Was vermissen Sie daran noch?

Christian Stahl: Eine Funktion hätte ich gern verändert – die Anzahl der Jahresbalken bei der Auswertung der Strom-, Heiz- und Wasserdaten in der grafischen Übersicht. Wenn man auf „Einsparpotenzial“, „Veränderungen“ oder „Trend kurzfristig“ geht, sieht man das nur für drei Jahre. Ich hätte gern die Möglichkeit, diesen Zeitraum auf fünf Jahre auszudehnen. Es wäre interessant, wenn man mehr Daten präsentieren könnte. Die Daten sind ja da, man muss sie nur nutzen können.